Gräberfeld X

20.01.2022

Sehr geehrte Damen und Herren,
 

1078 Namen – dahinter stehen auch 1078 Lebensgeschichten. 1078 Menschen kamen während der NS-Zeit nach ihrem Tod in
die Tübinger Anatomie, ohne dass sie zu Lebzeiten ihr Einverständnis hierfür gegeben hatten. Von vielen fehlten bislang
biographische Angaben, und nur wenige Lebensgeschichten waren bekannt.
Aber einige Lücken konnten wir im Forschungsprojekt zum Gräberfeld X schon schließen. Die Ergebnisse haben wir in einer
Forschungsdatenbank zusammengetragen, die weiterhin laufend aktualisiert werden wird. 

Diese Datenbank werden wir am 27. Januar um 19:00 Uhr öffentlich zugänglich machen. Zu diesem Launch laden wir Sie herzlich ein.
Ein vergleichbares Werkzeug gibt es deutschlandweit noch zu keinem anderen anatomischen Institut. Die Datenbank bietet völlig
neue Möglichkeiten, über die 1078 Menschen zu informieren. Zahlreiche Filterfunktionen erlauben einen schnellen Überblick über
die Zusammensetzung dieser Gruppe und über die Veränderungen, die von der Radikalisierung der NS-Gewaltherrschaft zeugen.

Fragen, die zuvor mühsam einzeln recherchiert werden mussten, lassen sich nun mit wenigen Klicks klären, zum Beispiel:

• Wie viele Hingerichtete, Zwangsarbeiter:innen oder Kriegsgefangene kamen in einem bestimmten Jahr in die Anatomie?
  Und wer waren diese Menschen?
• Wie hoch lag der Männer- und Frauenanteil?
• Welche Betroffenen wurden im Jahr 1874 in Tübingen geboren und starben im „Arbeitshaus“ Vaihingen?


Wir möchten Ihnen diese Funktionen vorstellen und Ihnen die Möglichkeit geben, Wünsche und Anregungen für die
Weiterentwicklung der Datenbank einzubringen. Unser Webdesigner Matthias Lehr wird ebenfalls an der Präsentation
teilnehmen und technische Fragen kompetent beantworten.

Die Lebensgeschichten der Menschen gehen aber nicht in bloßen Zahlen und Statistiken auf. Wir möchten daher den
Holocaustgedenktag zum Anlass nehmen, erstmals die Lebensgeschichte von Josef Bukofzer vorzustellen.
Josef Bukofzer ist eines der wenigen jüdischen Opfer, die im Gräberfeld X bestattet wurden. Seine Lebensgeschichte
rekonstruierte die Studentin Antonia Wegner mit viel Engagement und Kompetenz im Rahmen eines von
Prof. Dr. Benigna Schönhagen durchgeführten Lehrforschungsprojektes im vergangenen Winter.

Zugang erhalten Sie über folgenden Link:

Zoom-Meeting beitreten: https://zoom.us/j/93377273651?pwd=Z1Z6NnhxQXQwV3A1RHpwQlZ6cUVPUT09
Meeting-ID: 933 7727 3651
Kenncode: 533039

(Bitte beachten Sie, dass dieser Link nicht dem Link der Veranstaltungsreihe
„so weit weg von Polen. So weit weg von geliebten Menschen“ entspricht)



Wir freuen uns über Ihr Interesse, Ihre Anregungen und Fragen zu unserer Forschungsdatenbank!

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Benigna Schönhagen und Stefan Wannenwetsch, M.A.

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